Rudolf Heß: Militäreinsatz für einen Toten

Briten waren bereit, Leiche von Heß mit Waffengewalt zu sichern

Die britische Regierung war vor 30 Jahren bereit zu einer bewaffneten Konfrontation mit der Sowjetunion – wegen der Leiche von Rudolf Heß, des letzten Insassen des alliierten Militärgefängnisses Berlin-Spandau.

Das berichtet die britische Zeitung „Daily Mail“ unter Berufung auf ein Geheimdokument des britischen Außenministeriums aus dem Jahre 1981. Eigentlich war zwischen den Alliierten, die sich im monatlichen Turnus in der Bewachung ablösten, vereinbart, Heß nach seinem Tod einzuäschern und anonym zu bestatten.

Dem Papier zufolge war die äußerst willensstarke und durchsetzungsfähige Premierministerin Margaret Thatcher jedoch fest entschlossen, die sterblichen Überreste des ehemaligen Hitler-Stellvertreters dessen Familie zu übergeben. Seitens ihrer US-amerikanischen und französischen Alliierten erwarteten die Briten offenbar, dass diese das akzeptieren würden. Von sowjetischer Seite rechneten sie dagegen mit Widerstand und sogar dem Versuch, die Leiche „verschwinden“ zu lassen, weshalb sie für diesen Fall Vorkehrungen trafen. Sollten die Sowjets versuchen, den Abtransport der Leiche zu verhindern, würden sie, so der Plan, „von einer kleinen Streitmacht in die Schranken gewiesen werden“. Für den umgekehrten Fall, dass sie versuchen sollten, den Körper aus dem Gefängnis zu schaffen, sollten sie ebenfalls „durch britische Truppen daran gehindert“ werden.Das Außenministerium war zwar wegen einer durchaus wahrscheinlichen Eskalation besorgt, zeigte sich aber überzeugt, dass das britische Militär das sowjetische letztlich „im Griff haben“ würde.

Heß starb 1987 im Alter von 93 Jahren unter bis heute nicht schlüssig geklärten Umständen. Seine letzte Ruhestätte fand er im Grab seiner Eltern in Wunsiedel, ohne dass es zu Auseinandersetzungen zwischen den Alliierten kam. Quelle: PAZ

Wir zeigen hier aus aktuellem Anlaß die N-TV-Dokumentation “Geheimakte Heß” in der Langfassung:

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